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  • Bettina Goldemann

Neue Hühner für die Obergasse

Seit wir hier wohnen, leben die Hennen von Rettet das Huhn eV. bei und mit uns. Der Verein nimmt ausgediente Legehennen auf, die für die Eierindustrie nicht mehr produktiv genug sind, und vermittelt sie an Privatpersonen weiter.

Eine dieser Privatpersonen bin ich.

Und bei mir können diese netten Legehennen nun noch ihr Leben genießen. Die Sache hat nur einen Haken: Wegen ihrer genetischen Veranlagung müssen Lilo, Renate, Blümchen, Prima und wie sie bei mir heißen, immer weiter legen, auch wenn ihr kleines Körperchen das nicht mehr so recht hergibt. Welch eine Anstrengung, jeden Tag so ein perfektes Ei mit seiner Schale hervorzubringen! Und so hat man als Hühnerbesitzerin nicht nur frische Eier und viel Spaß beim Beobachten der lustigen und sehr interessanten Schar, sondern auch einiges an Leid, denn die Lebenszeit der Ladys ist meist begrenzt.

15 Monate leben sie in ihren Legebetrieben, dazu kommen erfahrungsgemäß ungefähr weitere 12 bis 18 Monate bei mir.

Manchmal wächst mir das Leid über den Kopf und oft wollte ich aufstecken. Nun probiere ich etwas anderes: Seit Mai leben vier Grünlegerinnen bei mir. Sie legen "nur" 180 Eier pro Jahr statt der 280, die die auf Hochleistung gezüchteten Hybridhennen. Das hört sich doch schon ganz anders an und ich hoffe, dass sie viel viel länger leidfrei bei uns leben können.

Viel zu sagen haben Perle, Petra, Peppa und Punkta in meiner Horde noch nicht, noch stehen sie ganz unten in der Rangordnung. Die ersten Wochen waren aber noch in anderer Hinsicht bemerkenswert: Jeden Abend musste ich sie in den Stall tragen, da sie vorhatten, im Baum zu übernachten. Da Hühner aber fast nix sehen in der Nacht, wären sie vom nächsten Waschbären einfach von ihrem Ast abgepflückt worden. Das habe ich übernommen, nicht ohne laute Proteste einer jeden Henne. Inzwischen finden sie aber von alleine den Weg auf die Hühnerstange.




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